Über 2.000 mal Leid verhindert

Was heißt es, wenn wir sagen, wir helfen gerne auf Höfen zu kastrieren? Ein kleiner Einblick in unsere Arbeit:

Viele freuen sich und denken, dass es mit dem Fangen und Kastrieren getan ist. Natürlich ist es nicht so. Wir machen uns vor Ort ein Bild vom Hof, sammeln die Fallen und Boxen in den Pflegestellen zusammen, bringen alles zum Hof und füttern dort einige Tage in den Fallen, die noch nicht „scharf“ gestellt sind.

Am Tag X fahren wir mit dem Anhänger zum Hof, stellen die Fallen scharf, fangen die Katzen und lassen sie in die dafür vorgesehenen Boxen laufen. Alle Boxen kommen dann auf den Anhänger, bei wenigen Katzen auch in den Kofferraum, und bleiben über Nacht in unserer Obhut.

Am nächsten Morgen geht es zum Tierarzt. Vor Ort werden die Katzen in Narkose gelegt, die Boxen gereinigt, damit sie nach der Kastration in saubere Boxen zurückkommen. Wenn alle fertig und einigermaßen wach sind, geht es wieder in den Anhänger oder Kofferraum. Der Zustand der Katzen wird in kurzen Abständen kontrolliert. Sobald sie alle wach sind, bekommen sie eine Kleinigkeit zu fressen, damit der Stoffwechsel in Gang kommt und der Blutzuckerspiegel steigt – alles unter Beobachtung.

Wenn dann alle weiterhin stabil sind (was bisher immer der Fall war), geht es abends zurück zum Hof – vorausgesetzt, dort sind alle Arbeiten erledigt und es herrscht Ruhe. Dort wird Futter bereitgestellt und die Katzen werden wieder freigelassen.

Dann wird alles zusammengepackt, und am nächsten Tag steht eine große Reinigungsaktion an. Alles wird gewaschen, desinfiziert, getrocknet und ordentlich verstaut. Dabei wird geprüft, ob alles funktioniert.

Also: „Mal eben einen Hof durchkastrieren“ ist nicht in zwei Tagen erledigt. Natürlich machen wir es gerne – aber es ist ein ziemlich großer Aufwand, den die meisten nicht sehen.











Wie kommen wir zu unserer Überschrift?

Bei dieser Einfangaktion wurden unter anderem 10 Kätzinnen gefangen.  

Um eine realistische Berechnung der Nachkommen von 10 frei lebenden Katzen über 5 Jahre zu erstellen, müssen wir biologische und ökologische Faktoren berücksichtigen:

🧬 Annahmen für eine realistische Modellierung

  • Startpopulation: 10 unkastrierte Katzen

  • Wurfhäufigkeit:  Würfe pro Jahr pro weiblicher Katze

  • Wurfgröße: Ø 4 Jungtiere pro Wurf

  • Geschlechtsverteilung: 50 % weiblich

  • Sterberate:

    • 50 % der Jungtiere sterben im ersten Lebensjahr

    • 10 % jährliche Sterberate bei erwachsenen Katzen

  • Fortpflanzungsfähigkeit: ab 6 Monaten

  • Keine Kastration oder externe Eingriffe

















🧠 Ergebnis nach 5 Jahren:

Trotz einer hohen Sterberate bei Jungtieren und Erwachsenen wächst die Population von 10 auf über 2.000 Katzen in nur fünf Jahren – wenn keine Kastration erfolgt.

Ohne Berücksichtigung der Sterblichkeit wären wir übrigens bei 500.000 Katzen in 5 Jahren.


Kastration ist das Verhindern von Elend und Leid!